Petra-Mueller-FDP -


11.02.2010

BKK ALP plus aus Stolberg


Mit Vorstand Josef Alt in seinen Geschäftsräumen
In Aachen muss man nach einer erfolgreichen Krankenkasse nicht lange suchen. Gleich in Stolberg konnte ich mir vor Ort erklären lassen, wie das geht. Gemeinsam mit dem Vorstand der BKK ALP plus diskutierte ich die Entwicklung der Gesundheitsreform aus Sicht einer mittelständischen Krankenkasse.

Momentan sind Sie in vieler Munde. Ob Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung oder Spiegel, Merkur online oder Hessischer Rundfunk, eine Name fällt immer wieder, wenn es um Krankenkassenbeiträge geht: BKK ALP plus aus Stolberg. Aber nicht, weil hier wie anderswo Sonderbeiträge erhoben werden, sondern weil die BKK ALP plus in diesem Jahr bis zu 70 Euro an ihre Mitglieder an Prämie ausschüttet. Seitdem steht das Telefon nicht mehr still, sagen Vorstand Josef Alt und Marketingchef Marco Hennewald. Mit beiden habe ich mich getroffen, denn wenn ein Unternehmen so erfolgreich ist und zudem noch aus unserer Region, wollte ich vor Ort erfahren, wie das möglich ist.

Beide versicherten mir, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Gehext werde nicht. Mit etwas mehr als 100.000 Versicherten ist die BKK ALP plus ein typischer Mittelständler unter den Krankenkassen. Aber gerade das macht stark, weil man nah an den Versicherten sein kann, die Bedürfnisse des Kunden gut kennt und eine relativ homogene Versichertenstruktur aufweist. Vorzüge, die viele kleine und mittelständische Unternehmer nachvollziehen können. Trotzdem tritt man gegenüber Ärzteverbänden und Pharmafirmen im geschlossenen Verbund aller Betriebskrankenkassen auf und kann so die Beschaffung und Vertragsgestaltung aus einer starken Marktposition bestreiten.

Trotzdem erklärt das allein nicht, warum ausgerechnet diese Krankenkasse so erfolgreich agiert. Anderen Betriebskrankenkassen geht es schlechter. "Wir setzen auf modernste IT-Systeme, einen abgespeckten Außendienst, flache Verwaltungshierarchie und vor allem auf Prävention", sagt Josef Alt. Der letzte Punkt hat mich besonders beeindruckt: Wer ein Check-up 35 machen lässt, erhält 40 Euro zurück, wer zur Krebsvorsorgeuntersuchung geht 20 Euro. Hat mein Kind eine Sportauszeichnung wie das Sportabzeichen, Seepferdchen oder den Freischwimmer gibt?s genau so Geld, wie für den kompletten Impfschutz jedes Versicherten. Prävention wird mit finanziellen Anreizen belohnt. Das hat mich beeindruckt. Hier wird aktive Vorsorge unterstützt. Jeder Besuch im Fitnessstudio erhält einen zusätzlichen Anreiz. Das heißt für mich, die Versicherten der BKK ALP plus sind einfach fitter, lassen sich regelmäßig checken und damit frühzeitig behandeln, kosten die Krankenkasse also weniger und fühlen sich dabei wahrscheinlich auch noch wohler.


"Wir wissen, dass die Präventionskosten weniger ins Gewicht fallen als Behandlungskosten. Deshalb muss ein Gesundheitssystem nicht Krankheit bezahlen, sondern Gesundheit belohnen", fasst das Marco Hennewald zusammen. Da werden die Akzente im staatlichen Gesundheitssystem oft anders gesetzt. Überhaupt ist die Wunschliste der beiden Herren für eine Gesundheitsreform lang: Bürokratieabbau, freiere Handhabung des Marketingbudgets, Behandlerausweitung, Überarbeitung des Morbi-RSA sind nur Stichpunkte. Ich habe versprochen, es den Fachkollegen in Berlin mitzunehmen und in Kontakt zu bleiben.

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