Rahmenkonzept zur Stadtentwicklung
Stadtentwicklungsstrategien sind zukünftig nur als übergreifende, den planerischen Prozess ganzheitlich begleitende Konzepte denkbar. Dabei sind mehrere Schwerpunkte zu setzen: Erstens müssen bauliche Aspekte berücksichtigt werde: Verwendung neuer Materialien und Architekturkonzepte sowie nachhaltiger Gebäudetechnologien. Zweitens gilt es infrastrukturelle Fragen zu klären, wie z. B. öffentlicher und privater Verkehr effizient und ökologisch verträglich verzahnt werden können oder wie ein sparsamer Wasserhaushalt garantiert werden kann. Schließlich müssen drittens Aufgaben der Raumplanung zu klären sein, etwa zur Gestaltung urbaner Räume im Spannungsfeld zwischen städtischen und ländlichen Flächen, gerade vor dem Hintergrund einer sich dynamisch entwickelnden demografischen Veränderung.
Wissenschaftlich begleitet gibt es derzeit mehrere Versuchsprogramme, die sich der
Entwicklung neuer Stadtplanungskonzepte widmen. Zu nennen wären das Forschungsprogramm 'Experimenteller Wohnungs- und Städtebau (ExWoSt) des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) oder das unter federführung der ETH Zürich 2009 gestartete internationale Research-Projekt 'Future Cities Laboratory'. Noch liegen keine abschließenden Beurteilungen vor, aber gemeinsam ist diesen Projekten die Suche nach dezentralen und flexiblen Lösungen, die sich an den Rahmenbedingungen jedes einzelnen Standorts ausrichten muss.
Um das zu gewährleisten, ist zunächst eine detaillierte Analyse des Standortes notwendig. Quartier- oder kommunenspezifisch müssen der Umgang mit Wasser und Energie, Flächen und Baustoffen untersucht werden. Dazu kommen Fragen der demografischen Struktur und Entwicklung und der Verkehrsinfrastruktur. Bereits usuell verwendete Lösungen einer energetischen Stadtsanierung, wie effiziente Wärmedämmung, Gebäudeklimatisierung, Nutzung alternativer Energieformen wie Photovoltaik und Erdwärme, Regenwassernutzung oder Fassadenbegrünung beschreiben bereits einen Weg zur dezentralen und emissionsfreien Energienutzung und Senkung des Energiebedarfs überhaupt.
Aufgabe der Politik wird es sein, die institutionellen Rahmenbedingungen für die Umsetzung von stadtökologischen Projekten und zur energetischen Stadterneuerung zu schaffen. Gesetzgeberische Maßnahmen spielen dabei ebenso eine rolle, wie die Bgeleitung des Findungsprozesses durch Forschungs- und Fördermaßnahmen öffentlicher oder intermediärer Institutionen.
Links zum Thema:
Forschungsprogramm Experimenteller Wohnungs- und Städtebau (ExWoSt) http://www.bbsr.bund.de/nn_21268/BBSR/DE/FP/ExWoSt/exwost__node.html?__nnn=true
Future Cities Laboratory http://www.future-cities-lab.net/
Institute for Urban Design, ETH Zürich http://www.isb.arch.ethz.ch/
Institut für Raum- und Landschaftsentwicklung ETH Zürich http://www.irl.ethz.ch/






