Paderborn, 14.01.2011
''Wir brauchen eine Mindestrente''
Liberales Lummerland | FOTO: ROHLF Artikel auf NW-News.de
Liberale FDP-Frauen besuchen Paderborner "Lummerland" - und stecken Ziele ab
VON CARMEN PFÖRTNER
Paderborn. Sie ziehen durch das westfälische Land: die Liberalen Vorstandsfrauen aus NRW. "Den Regionen näher kommen", betitelt die Vorstandsvorsitzende Petra Müller die Reise durch die politische Heimat ihrer FDP-Frauen. Erste Station: das ostwestfälische Paderborn. Und bevor sich die Damen an den Debattier-Tisch setzen, erobern sie das "Lummerland".
Das sei die Zukunft der Kinderbetreuung, "flexibel und individuell", sagt Petra Müller, die seit September Vorstandsvorsitzende der Liberalen Frauen in der FDP ist. "Die Antwort auf die Probleme der Familien von heute", ergänzt Heike Seelen, Leiterin des Lummerlandes.
Der bunte und heitere Einstieg im Paderborner Industriegebiet Dören setzt ein lockeres Startsignal für einen "profilschärfenden Abend", den die Frauen in der Paderstadt verlebten.
"Ganz groß auf unserer Themenliste ist die Altersarmut", berichtet Müller. Die Liberalen Frauen forderen eine Mindestrente: Viele über 65-Jährige hätten ein Einkommen, das unter dem Hartz VI-Satz liege. "Das können wir nicht zulassen", gibt Müller die Marschrichtung ihrer Frauen vor.
Auch das in den vergangenen Wochen scharf debattierte Thema der "PID", die Präimplantations-Diagnostik, werde unter dem Aspekt der Frauen und der Familien zur Sprache kommen. Die Vorstandsvorsitzende hat eine klare Meinung: "Unzumutbar für Frauen, die eh schon einen schweren Weg hinter sich haben, wenn sie sich für eine künstliche Befruchtung entscheiden." Die Möglichkeiten wären gegeben, so Müller, die sich, vorsichtig und eher durch die Blume, für die PID ausspricht.
Etwas behutsamer geht sie mit dem Thema "Frauen-Quote" um - "wir sind die letzten Mohikanerinnen", scherzt die Bundestagsabgeordnete. Man dürfe nicht alles reglementieren, Eigeninitiative sowohl in der Politik als auch in der Wirtschaft sei gefragt. Eine einheitliche Meinung der FDP-Frauen wird allerdings - noch - nicht deutlich. "Darüber
werden wir diskutieren müssen."
Und damit schließt sich quasi der Kreis: Die Frauen, die die Quote in Unternehmen, Politik und Wirtschaft erhöhen, haben morgens ihre Kinder zur Betreuung im Lummerland abgesetzt. Ein solches Projekt sei zukunftsweisend, "das unternehmerische Denken der Frauen unterstützend", sagt Brigitte Kesternich, FDP-Frau im Kreis Paderborn.
90 Kinder betreuen die 24 Mitarbeiterinnen in der Kinder-Einrichtung. Das Besondere am Lummerland: das ganzheitliche Konzept. Wenn es sein muss, werden die Sprösslinge von sechs Uhr morgens bis 21 Uhr abends behütet - auch in den Ferien und auch ältere Kinder. "Die kommen dann nachmittags zur Hausaufgaben-Betreuung zu uns", sagt Heike Seelen. Das Lummerland in Paderborn gab den Startschuss für die politische Reise der Liberalen FDP-Frauen durch das nordrhein-westfälische Land. Mit dem Besuch an der Pader haben sie die weiteste Fahrt immerhin schon hinter sich gebracht.
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