Reisebericht aus China
Bǎi wén bù rú yi jià n - Einmal sehen ist besser als hundertmal hörenAm Abend des Tages in Suzhou gab es dann mein erstes traditionell chinesisches Abendessen: Vorspeisen, dass der Tisch sich fast geborgen hat, und dazu 11 Gänge auf Tellern, die nie leer wurden, weil sie ständig abgeräumt wurden und durch neue ersetzt. Dazu Rotwein aus China. Ich liebe ja Weine aus Baden und in diesem Fall würde ich sagen, bleibe ich auch dabei.
Andrang am deutschen Pavillon auf der Expo
Am nächsten Morgen ging es auf die Expo 2010 in Shanghai. Sie steht unter dem Motto "Better city, better life". Treffender kann man es für eine Stadtplanungspolitikerin nicht auf den Punkt bringen. Vom deutschen Auftritt war ich restlos begeistert, so wie viele, viele Besucher der Expo auch. Der deutsche Pavillon ist einer der drei beliebtesten auf der gesamten Expo. Stolz als Aachenerin bin ich, dass im Deutsch-Chinesischen Haus die beiden RWTH-Professoren Peter Russells (Lehrstuhl CAAD) und Jan Borchers (Lehrstuhl Medieninformatik) ein interaktives Stadtspiel mit dem Namen "Silhouettes" entwickelt haben, das sich größter Beliebtheit erfreut.
In dem ganz ungewöhnlichen Bambus-Bau können Besucher über Körpergesten einen eigenen Stadtteil schaffen. In Anlehnung an das traditionelle chinesische Schattenspiel dienen die Schatten von 16 Besuchern vor einer Großprojektionsleinwand dazu, gemeinsam Häuser, Bäume, Strom- und Wasserleitungen zu erzeugen. Das Spiel greift das EXPO-Thema Stadtentwicklung auf und stellt den fertigen Stadtteil jeder Gruppe online als Teil einer wachsenden virtuellen Stadt in 3D zur Verfügung. Ich war restlos begeistert.
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In Peking, der zweiten Station unserer Reise, trafen wir den Minister für Transport der VR China. Er und seine Fachleute erläuterten uns, dass in den nächsten Jahren das Schienen-Hochgeschwindigkeitsnetz enorm ausgebaut werden soll. Dafür nimmt China allein im Jahr 2010 100 Mrd. USD in die Hand. Was für ein gewaltiger Kraftakt. Damit soll ein Netz aus vier Nord-Süd- und vier Ost-West-Trassen geschaffen werden, die China wie ein Gitternetz überziehen sollen. Gleichzeitig entstehen große Infrastruktur-Knotenpunkte, die teilweise neu geschaffen werden. Für deutsche Firmen sollte sich hier die Möglichkeit ergeben, an dieser wirtschaftlichen Entwicklung teilzuhaben.
'Über' der Verbotenen Stadt
Empfang bei der Stadt Peking
Ein ganz persönlicher Höhepunkt unserer Reise war für mich eine Besichtigung der Chinesischen Mauer. Höhepunkt deshalb, weil ich als Architektin von dieser Meisterleistung der Baukunst, die seit dem 15. Jahrhundert Sinnbild für Stabilität und Dauerhaftigkeit ist, schon immer fasziniert war. Nun die Möglichkeit gehabt zu haben, dort selbst zu stehen und mit eigenen Augen zu sehen, wovon ich bisher nur lesen konnte ? ein großer Moment.
Auf der Chinesischen Mauer






