15.12.2009
Auf der Klimaschutzkonferenz in Kopenhagen wurde im Dezember 2009 um ein Nachfolgeabkommen von Kyoto gerungen. Ziel der christlich-liberalen deutschen Regierung war es, die Erderwärmung in den nächsten Jahren auf maximal zwei Grad Celsius zu begrenzen. Dafür werden alle Anstrengungen notwendig sein, vor allem den CO2-Ausstoß entscheidend zu verringern.
Diese klimapolitische Notwendigkeit fordert viele Anstrengungen, stellt aber zugleich eine große Chance für unsere Gesellschaft dar. Alle Lebensbereiche werden von der Umstellung auf ökologisch und energetisch nachhaltiges Wirtschaften und Leben betroffen sein. Denn von der Frage des Klimawandels wird es abhängen, wie wir morgen leben.
Als Sprecherin für Stadtentwicklung meine ich das ganz urban: Wie wird der Klimawandel urbane Planung beeinflussen? Wie sehen Gebäude in Zeiten steigender Energiepreise aus oder umweltverträgliche Raumkonzepte der Zukunft? Und welche Klammer zwingt die Stategien verschiedener Fach- und Gesellschaftbereiche zusammen?
Angesichts der Vielzahl betroffener Lebensbereiche ist die zu lösende Aufgabe für die Stadtplanung und -entwicklung multifaktoriell und interdependet. Trotzdem gilt es, alle abhängigen Parameter in einem übergreifenden Konzept zusammen zu führen, um damit zu harmonisieren. Abfallvermeidung, Energieeffizienz beim Bauen, Verwenung von umweltverträglichen Baustoffen und eine naturschonende Verkehrsplanung, die z. B. kurze Wege zwischen Wohn- und Arbeitsraum ermöglicht, sind da Stichpunkte. Ebenso wichtig wird es zukünftig sein, mit der vorhandenen Vegetation schonend umzugehen, mit Wasser sparend zu wirtschaften, Begrünungskonzepte zu entwickeln und umzusetzen.
Diese Aufgaben sind - jede für sich genommen - wichtig und notwendig. In Ihrer praktischen Umsetzung können aber ungewollt oder systemisch Widersprüche und auch negative Rückwirkungen auftreten. Auch sollte man nicht vergessen, dass letztlich ebenso Kostenfragen beim Bau, Betrieb und im Unterhalt von Immobilien oder öffentlicher Infrastruktur nicht vernachlässigt werden dürfen und einen erheblichen Einfluss auf Planungsprozesse ausüben.
In Zusammenarbeit zwischen dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Deutschen Institut für Urbanistik (DiFu) entwickeln Experten Strategien zur Reduzierung von Flächeninanspruchnahme für ein nachhaltiges Flächenmanagement (Projekt REFINA). In der Beurteilung der Aufgabendivergenz betont Jens Libbe vom DiFu: "Bei aller Komplexität gibt es einen gemeinsamen Nenner für eine ökologisch orientierte Stadtentwicklung, und das ist der Erhalt kompakter Strukturen. Denn wer Urbanität fördert, also innerstädtisch für Nutzungsmischungen und eine attraktive Infrastruktur für Wohnen, Arbeiten und Freizeit sorgt, vermeidet umweltschädliche Verkehrsströme und Suburbanisierungsprozesse."
Hier wird schon deutlich, dass zukünftige Konzepte über Fachbereiche und
Einzeldisziplinen hinaus weisen müssen. Bisherige Ansätze, wie z. B. das Städtebauförderungsprogramm von Bund und Ländern Soziale Stadt, rückten vor allem die inhaltlichen Schwerpunkte Integration von Zuwanderern, nachbarschaftliches Zusammenleben, Beteiligung, Schule und Bildung in den Mittelpunkt. Dabei ist gut, dass soziale und demographische Veränderungsprozesse besonders berücksichtigt werden. Andere Modellversuche, wie das Ökologische Stadt- und Gemeindeentwicklungskonzept URBAN21 des Landes Baden-Würtemberg greifen Fragen des ökologisch-orientierten Umbaus auf. Trotzdem bleiben alle Ansätze isoliert und sind in der thematischen Ausrichtung nicht umfassend.
Es wird nicht zu erwarten sein, dass die integrierte Behandlung städteplanerischer und städtebaulicher Fragen zeitnah und friktionsfrei zu verwirklichen ist. Aufgabe muss es aber sein, ein energetisches Konzept als übergreifenden Ansatz zu konstruieren, weil in den Klimaveränderungen und ihren Folgeabschätzungen ökologische, ökonomische, soziale, energetische und ordnungspolitische Implikationen zu berücksichtigen sein werden. Ein energetisches Konzept der Stadtentwicklung bildet somit den geeigneten Rahmen, um die in Kopenhagen zu verhandelnden Klimaziele zu erreichen und uns auf die damit verbundenen Veränderungsprozesse einzustellen.
Konzeptideen weiter lesen? Bitte hier klicken!
Dass konzertierte Konzepte funktionieren, haben wir in Deutschland am Beispiel des in den 80er Jahren befürchteten Waldsterbens beobachten können. Ökologische, ökonomische, naturwissenschaftliche und ordnungspolitische Maßnahmen haben dazu geführt, dass befürchtete Worst-Case-Szenarien verhindert wurden.
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Kopenhagen 2009 macht deutlich, dass die Zeit drängt. International stellen sich existentielle Fragen für Südsee-Nationen, und die Folgen der Klimaveränderungen bringen Not und Elend in weite Teile der ärmsten Länder. Die Veränderungen, die wir in Deutschland spüren sind weit geringer. Trotzdem haben wir - wie alle Industrienationen - eine besondere Verantwortung und aufgrund unserer technologischen Entwicklung besondere Möglichkeiten. Beides sollten wir als Chance begreifen.
Links zum Thema
Bundesprogramm zum nachhaltigen Flächenmanagement
http://www.refina-info.de/
Bund-Länder-Programm 'Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - Soziale Stadt'
http://www.sozialestadt.de/programm/
Deutsches Institut für Urbanistik
http://www.difu.de/
Europäische Vereinigung bfür Erneuerbare Energien
http://eurosolar.de/
Nationale Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung
http://www.dialog-nachhaltigkeit.de/
Portal zur nachhaltigen Innenentwicklung von Städten und Gemeinden in Baden-Würtemberg
http://www.innen-bw.de/
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin - Ökologisches Bauen
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/bauen/oekologisches_bauen
United Nations Climate Change Conference Copenhagen 2009
http://en.cop15.dk/
COP15 - Herausforderungen meistern, Chancen nutzen
Auf der Klimaschutzkonferenz in Kopenhagen wurde im Dezember 2009 um ein Nachfolgeabkommen von Kyoto gerungen. Ziel der christlich-liberalen deutschen Regierung war es, die Erderwärmung in den nächsten Jahren auf maximal zwei Grad Celsius zu begrenzen. Dafür werden alle Anstrengungen notwendig sein, vor allem den CO2-Ausstoß entscheidend zu verringern.
Diese klimapolitische Notwendigkeit fordert viele Anstrengungen, stellt aber zugleich eine große Chance für unsere Gesellschaft dar. Alle Lebensbereiche werden von der Umstellung auf ökologisch und energetisch nachhaltiges Wirtschaften und Leben betroffen sein. Denn von der Frage des Klimawandels wird es abhängen, wie wir morgen leben.
Als Sprecherin für Stadtentwicklung meine ich das ganz urban: Wie wird der Klimawandel urbane Planung beeinflussen? Wie sehen Gebäude in Zeiten steigender Energiepreise aus oder umweltverträgliche Raumkonzepte der Zukunft? Und welche Klammer zwingt die Stategien verschiedener Fach- und Gesellschaftbereiche zusammen?
Angesichts der Vielzahl betroffener Lebensbereiche ist die zu lösende Aufgabe für die Stadtplanung und -entwicklung multifaktoriell und interdependet. Trotzdem gilt es, alle abhängigen Parameter in einem übergreifenden Konzept zusammen zu führen, um damit zu harmonisieren. Abfallvermeidung, Energieeffizienz beim Bauen, Verwenung von umweltverträglichen Baustoffen und eine naturschonende Verkehrsplanung, die z. B. kurze Wege zwischen Wohn- und Arbeitsraum ermöglicht, sind da Stichpunkte. Ebenso wichtig wird es zukünftig sein, mit der vorhandenen Vegetation schonend umzugehen, mit Wasser sparend zu wirtschaften, Begrünungskonzepte zu entwickeln und umzusetzen.
Diese Aufgaben sind - jede für sich genommen - wichtig und notwendig. In Ihrer praktischen Umsetzung können aber ungewollt oder systemisch Widersprüche und auch negative Rückwirkungen auftreten. Auch sollte man nicht vergessen, dass letztlich ebenso Kostenfragen beim Bau, Betrieb und im Unterhalt von Immobilien oder öffentlicher Infrastruktur nicht vernachlässigt werden dürfen und einen erheblichen Einfluss auf Planungsprozesse ausüben.
In Zusammenarbeit zwischen dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Deutschen Institut für Urbanistik (DiFu) entwickeln Experten Strategien zur Reduzierung von Flächeninanspruchnahme für ein nachhaltiges Flächenmanagement (Projekt REFINA). In der Beurteilung der Aufgabendivergenz betont Jens Libbe vom DiFu: "Bei aller Komplexität gibt es einen gemeinsamen Nenner für eine ökologisch orientierte Stadtentwicklung, und das ist der Erhalt kompakter Strukturen. Denn wer Urbanität fördert, also innerstädtisch für Nutzungsmischungen und eine attraktive Infrastruktur für Wohnen, Arbeiten und Freizeit sorgt, vermeidet umweltschädliche Verkehrsströme und Suburbanisierungsprozesse." Hier wird schon deutlich, dass zukünftige Konzepte über Fachbereiche und
Es wird nicht zu erwarten sein, dass die integrierte Behandlung städteplanerischer und städtebaulicher Fragen zeitnah und friktionsfrei zu verwirklichen ist. Aufgabe muss es aber sein, ein energetisches Konzept als übergreifenden Ansatz zu konstruieren, weil in den Klimaveränderungen und ihren Folgeabschätzungen ökologische, ökonomische, soziale, energetische und ordnungspolitische Implikationen zu berücksichtigen sein werden. Ein energetisches Konzept der Stadtentwicklung bildet somit den geeigneten Rahmen, um die in Kopenhagen zu verhandelnden Klimaziele zu erreichen und uns auf die damit verbundenen Veränderungsprozesse einzustellen.
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Dass konzertierte Konzepte funktionieren, haben wir in Deutschland am Beispiel des in den 80er Jahren befürchteten Waldsterbens beobachten können. Ökologische, ökonomische, naturwissenschaftliche und ordnungspolitische Maßnahmen haben dazu geführt, dass befürchtete Worst-Case-Szenarien verhindert wurden.
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Kopenhagen 2009 macht deutlich, dass die Zeit drängt. International stellen sich existentielle Fragen für Südsee-Nationen, und die Folgen der Klimaveränderungen bringen Not und Elend in weite Teile der ärmsten Länder. Die Veränderungen, die wir in Deutschland spüren sind weit geringer. Trotzdem haben wir - wie alle Industrienationen - eine besondere Verantwortung und aufgrund unserer technologischen Entwicklung besondere Möglichkeiten. Beides sollten wir als Chance begreifen.
Links zum Thema
Bundesprogramm zum nachhaltigen Flächenmanagement
http://www.refina-info.de/
Bund-Länder-Programm 'Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - Soziale Stadt'
http://www.sozialestadt.de/programm/
Deutsches Institut für Urbanistik
http://www.difu.de/
Europäische Vereinigung bfür Erneuerbare Energien
http://eurosolar.de/
Nationale Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung
http://www.dialog-nachhaltigkeit.de/
Portal zur nachhaltigen Innenentwicklung von Städten und Gemeinden in Baden-Würtemberg
http://www.innen-bw.de/
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin - Ökologisches Bauen
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/bauen/oekologisches_bauen
United Nations Climate Change Conference Copenhagen 2009
http://en.cop15.dk/






