Petra-Mueller-FDP

05.02.2010

CAMPUS-Erweiterung ist städtebauliche Chance

Aachen, 03.02.2010 - Treffen mit Rektor der RWTH


Mit Rektor Prof. Dr. Schmachtenberg
Mit dem Rektor der RWTH, Prof. Dr. Ernst Schmachtenberg, und dem Institutsdirektor für Stadtbauwesen und Stadtverkehr, Prof. Dr.-Ing. Dirk Valée diskutierte ich die CAMPUS-Erweiterung in Aachen. Hier entstehen ganze Stadtteile neu. Da heißt es zukunftsgerecht konzipieren bauen...

Das stellt die Kommune, die Hochschulverwaltung und viele am Ausbau beteiligte Institute und Firmen vor große Herausforderungen. Bei dem Gespräch waren wir uns einig, dass dabei modernste Technologien im Straßen- und Gebäudebau zum Einsatz kommen und auch die Energie- und Verkehrsinfrastruktur wegweisend sein müssen. In diesem Zusammenhang wird auch über die Verkehrsanbindung des Campus an die Innenstadt nochmal nachzudenken sein. Momentan diskutieren die Ratsfraktionen den Bau einer Campusbahn, die im ersten Bauabschnitt eine Schienenstrecke vom Campus Melaten über das Uniklinikum, das Super C und den Bushof bis nach Rothe Erde vorsieht. Die vom Lenkungsausschuss bei der Ingenieurgesellschaft Lindschulte + Kloppe sowie dem Projektbüro HJPplaner in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie hat sich für eine Schienenlösung entschieden. Diese würde in einem eigenen Gleisbett mit elektrischer Stromversorgung angetrieben werden. Im engen innerstädtischen Bereich - Intzestraße, Wüllnerstraße, Templergraben, Hirschgraben, Seilgraben - könnte der Zugantrieb aus Batterien und aufladbaren Akkus gespeist werden.

Infrastrukturell zu versorgen wäre bei derzeitigen Planungen eine Fläche von 270.000 Quadratmetern mit einem Zuwachs von bis zu 10.000 neuen Arbeitsplätzen auf Campus I und II. Unabhängig von der Antriebstechnik handelt es sich bei der angestrebten Verkehrslösung um ein Massenverkehrsmittel des ÖPNV. Unberücksichtigt bleiben alternative, dezentrale und innovationsfreudige Lösungen mit zukunftsweisendem Charakter. In Forschungsprojekten unter Beteiligung der RWTH, wie Smart Watts und Smart Wheels, wird bereits jetzt an Energie- und Verkehrssystemen der Zukunft gearbeitet. Sie orientieren auf eine intelligente Integration von Elektromobilität in Energiesysteme der Zukunft, die bei zunehmenden Angebots- und Nachfrageschwankungen durch volatile erneuerbare Energien (EE) besonders von netzstabilisierenden Diensten von Elektrofahrzeugen profitieren können. Erstens, so wird eine Sicherung der gewohnten hohen Versorgungssicherheit durch klima- und verbraucherfreundliche Elektromobilität möglich. Zweitens werden diese technologisch führenden Lösungen nicht nur isoliert Energieflüsse berücksichtigen. Zukünftig müssen Informationsströme additiv berücksichtigt werden, die mit der physikalischen Ebene synchronisierbar sind. So sind eine intelligente Verkehrsflusssteuerung, passive wie aktive Sicherheitssysteme und eine Dezentralisierung von Energieabfragen möglich. In einer nicht mehr zu fernen Zukunft werden weite Teile der Verkehrsströme automatisiert oder computerunterstützt möglich sein. Dafür sind bereits jetzt voraus denkend infrastrukturelle Vorbereitungen zu treffen. Ein Baustein wird die intelligente Straße sein, die über elektronische Sensorik Bewegungen von Fahrzeugen und Passanten erfassen und bei Bedarf beeinflussen kann. Das dient der Unfallvermeidung und in größerem Ausmaß der Lenkung von Verkehrsströmen, um z. B. Staus und damit Zeit- und Energieverluste zu minimieren. Damit kann der Verkehr zugleich ökologisch verträglicher werden und sich CO2-mindernd auswirken.


Die FDP fordert daher beim Infrastrukturausbau der Erweiterungsflächen der RWTH zukunftsweisende und technologisch modernsten Forschungen entsprechende Lösungen. Ein Ansatz, der in seinem Ergebnis so auch von der RWTH angestrebt wird.

Wer mehr über den momentanen Planungsstand der RWTH-CAMPUS-Erweiterung lesen möchte:




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