57. Berliner Fachgespräch zur Globalisierung bei der KFW-Bank zum Thema ''Megacities''
Berlin, den 18.01.2011
Das Thema ist spannend, aktuell und es steckt Dynamik drin. In einem Maße, wie wir es in Deutschland kaum nachvollziehen können, verändern sich in den großen Wachstumsregionen der Welt Städte und Lebensräume von vielen Millionen Menschen. Dabei entstehen urbane Räume, die mehr als drei oder fünf Million Menschen beherbergen. Ab einer solchen Größe nennt man Städte Mega-Cities. Die besitzen ganz eigene stadtplanerische, soziale, wirtschaftliche und ökologische Probleme. Mit diesen Problemen beschäftigte sich eine prominent besetzte Podiumsdiskussion in der Berliner Zentrale der KfW-Entwicklungsbank. Gemeinsam mit Herbert Bautista, Dr. Michael Denkel, Hany El Miniawy und Prof. Klaus Töpfer nahm auch ich als Teilnehmer einer Podiumsdiskussion am 57. Berliner Fachgespräch zur Globalisierung der KfW teil...
Die Entwicklungsbank ist für die finanzielle Zusammenarbeit mit den staatlichen Institutionen zuständig und unterstützt Entwicklungs- und Reformländer. Das Podium diskutierte, wie die Probleme der Megacities angegangen werden können. Denn weltweit entstehen immer neue Ballungsräume - und das mit enormer Geschwindigkeit. Gleichzeitig führt das rasante, oft unkontrollierte Wachstum zu sich ausbreitenden Slums, sozialen Spannungen und gravierenden Umweltproblemen. Ist eine sozial verträgliche und ökologisch nachhaltige Entwicklung von Ballungsräumen überhaupt noch möglich? Wie müssen Städte entwickelt werden, um für Bewohner und Wirtschaftsunternehmen
Mit Prof. Dr. Töpfer in der Diskussion. gleichzeitig attraktiv zu sein? Wo ist die Einbindung der Bewohner in die Stadtentwicklung sinnvoll, wie ist sie machbar? Welchen Beitrag kann die Privatwirtschaft leisten, und wo sollte die Entwicklungszusammenarbeit unterstützen? Das waren die Fragen, denen sich zunächst das Podium widmete, bevor eine lebhafte Diskussion auch mit den Gästen im Publikum entstand.
Das Podium selbst war hochkarätig: Herbert Bautista ist Bürgermeister von Quezon City, der größten Stadt der Megaregion Manila. Dr. Michael Denkel ist Stadtplaner und Städtebauarchitekt beim Architektur- und Planungsbüro Albert Speer & Partner in Frankfurt. Hany El Miniawy ägyptischer Architekt und Gründer von ADAPT (Appropriate Development Architecture and Planning Technologies), einer Organisation, die auf Gebäudebau in sozial schwachen Umfeldern spezialisiert ist. Prof. Dr. Klaus Töpfer muss man wahrscheinlich niemandem vorstellen: Bundesbauminister a.D., Bundesumweltminister a.D. und ehemaliger Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP).
Podiumsteilnehmer beim Gruppenfoto.
Im Resümee musste die Runde feststellen, dass es bisher nicht gelungen ist, die Landflucht armer bevölkerungsgruppen in die Städte zu bremsen oder gar aufzuhalten. Perspektivisch gesehen werden die Megacities weiter wachsen und damit auch ihre Problme. In der Entwicklungszusammenarbeit müssen wir daher darauf dringen, dass Infrastrukturlösungen, bauliche Maßnahmen und stdtplanerische Prozesse in diesen urbanen Problemregionen zukunftsfest gestaltet sein müssen. D. h. vor allem ist auf die Nachhaltigkeit, Umwelt- und Sozialverträglichkeit solcher Maßnahmen zu achten.
Gebaut wird dort für die Zukunft, für die nächsten Jahre, ja Jahrzehnte. Stadtplanungsprozesse müssen daher neueste Forschungen und den Stand der energetisch-dynamischen Stadtplanung berücksichtigen. dafür Bedarf es der wissenschaftlichen Begleitung des Städtewachstums in Entwicklungsregionen, des Austauschs von administrativem und baufachlichen Know-Hows.






